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Schulleiterin setzt musische Akzente
An der Ludgerusschule will Lis Vincenz Musik, Tanz und Theater in den Alltag einbauen. Wöchentlich findet ein gemeinsames Singen statt. Aufführung einer Kinderoper ist in Planung.

NRZ / WAZ 25. Januar 2013

Valeria (7) und Amelie (6) aus dem ersten Schuljahr lassen sich von ihr bei den Aufgaben helfen.
Foto: Herbert Höltgen

Essen-Werden. Sie ist wieder da, zurück in der alten Heimat: Lis Vincenz übernahm im August 2012 die Schulleitung der Ludgerusschule – die Leitung der Schule, die bereits ihr Mann und ihre mittlerweile erwachsenen Töchter schon besuchten. Und an der Schule, an der sie nach ihrem Referendariat schon acht Jahre lang arbeitete.

Nach der Geburt ihrer Töchter kehrte sie dem Beamtentum zunächst den Rücken und war rund 15 Jahre lang im Vertrieb tätig. Zurück zur Schule ging es für die heute 58-Jährige erst im Jahr 2000, genauer gesagt zu einer Hauptschule in Oberhausen, wo sie, wie sie selbst sagt, jeden Tag auf den Prüfstand gestellt wurde. „Es war eine wichtige Zeit für mich. Ich habe gelernt, auch zu sehr schwierigen Jugendlichen Zugang zu finden und ihnen Mut zu machen, eine Vision zu entwickeln“, erinnert sie sich an ihre berufliche Station in der Nachbarstadt, in der sie fast zehn Jahre lang unterrichtete.

Das sollte es aber nicht gewesen sein. Lis Vincenz wollte zurück zu einer Grundschule und trat die Schulleiterstelle an der Hinsbeckschule in Kupferdreh an.

Die Verbindung zur Ludgerusschule bestand jedoch nach wie vor - nicht alleine durch ihren Wohnsitz in der Nähe und den guten Kontakt zum ehemaligen Schulleiter Manfred Erlemann, der 2012 nach 20 Jahren in den Ruhestand ging. Gemeinsam mit Erlemann entschied Vincenz sich dann auch, sich auf die Schulleiterstelle zu bewerben und Erlemanns Werk fortzusetzen.

Das tut die gebürtige Triererin nun seit knapp einem halben Jahr und ist überaus glücklich darüber, diese, wie sie beschreibt, „wunderbare Aufgabe“ erfüllen zu können. „Eine gut aufgestellte Schule mit sehr netten Kollegen“ hätte sie übernommen.

Alles, was erhaltenswert ist, will sie auch so belassen, lediglich ein paar neue Akzente möchte Vincenz setzen. Will heißen: Stück für Stück bringt sie ihre eigene Leidenschaft zu Musik, Tanz und Theater in den Schulalltag mit ein, was bei den Kollegen, den rund 200 Schülern und den Eltern gut ankommt.

Da wäre unter anderem ein wöchentliches Schulsingen in Kooperation mit der Folkwang Hochschule, bei dem die Kinder sich morgens um acht Uhr in der Turnhalle versammeln und in Begleitung von Professor Peter Domnick am Klavier singen. Unter Peter Domnicks Leitung werden in einem anderen Projekt Kinder der Ludgerusschule, Gymnasiasten des Werdener Gymnasiums und Studenten der Folkwang Hochschule zudem gemeinsam mit Berufsmusikern eine Kinderoper aufführen.

Chorleiterin Diana Weindel arbeitet darüber hinaus mit den Kindern gezielt an Stimmbildung und Rhythmik.

Vincenz’ künstlerische und kreative Einflüsse sollen jedoch nur ein Baustein von Schulentwicklung sein, die Vorstellung einer rein-musischen Grundschule liegt der Leiterin bislang fern.

Aber mit der Folkwang Schule in der Nähe wären die Ressourcen nun mal gegeben. Die gelte es zu nutzen. Und: „Durch musische Bildung lässt sich auch in anderen Fächern ein besserer Lernerfolg erzielen – ganz ohne Leistungsdruck“, sagt die Pädagogin.

Julia Bodlin