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Das erste Haus am Platz…
Die Ludgerusschule, die älteste Schule Werdens, wird 100 Jahre alt.

Von Harald Gedenk

WAZ / NRZ 23.Januar 2014


Lang, lang ist’s her: Das Kollegium der Ludgerusschule im Jahre 1921, als die Männer Zwirbelbart und die Frauen Dutt trugen. Foto: Schularchiv

1914, ein gar geschichtsträchtiges Jahr. In den USA kündigt Automobil-Pionier Henry Ford in seinem Haus den Achtstundentag und einen Mindestlohn von fünf Dollar pro Tag an, nach achtjähriger Bauzeit wird der Rhein-Herne-Kanal für die Schifffahrt freigegeben und kurz darauf der Panamakanal eröffnet. Das Ereignis aber, das die ganze Welt in Atem hält, ist der Ausbruch der Ersten Weltkriegs. Und in Essen-Werden? Da können Kinder erstmals zur Ludgerusschule gehen, und zwar an der Kölner Straße, wie die Kellerstraße damals heißt.

Und so wird die Grundschule nun 100 Jahre alt, was für Schüler, Lehrer und den Förderverein natürlich Grund genug ist, mit den Kindern, Eltern, Ehemaligen und Freunden groß zu feiern. Die Planungen sind längst im Gang, Schulleiterin Lis Vincenz und ihr Kollegium haben sich viel vorgenommen.

Vier Generationen Bredenbröcker

Dabei sein werden auch viele, deren Enkelkinder heute die Schule an der Kellerstraße besuchen und dort lesen und schreiben lernen. Etwa die Familie Bredenbröcker, die über vier Generationen die älteste Grundschule in Werden und Heidhausen besucht: Großvater Josef, geboren 1911, ist der erste Bredenbröcker, der dort die Schulbank drückt. Es folgt „Figaro“ Heribert, mit heute 76 Jahren auch schon lange pensioniert und ebenfalls jemand, der die damals üblichen Erziehungsmethoden mit Rohrstock und Kopfnuss noch am eigenen Leib erfahren hat. Sein Sohn Markus, mittlerweile 50, wird in den späten 1960er Jahren eingeschult und bringt heute den siebenjährigen Sohn Paul zu der Schule, die stolz den Namen des Gründers der Abtei und der Stadt Werden trägt.

„Eine Klasse wird sich dem Projekt ganz besonders widmen“, erzählt Lis Vincenz, die für Ideenreichtum und Kreativität steht und gerne alle beteiligen möchte. Hans-Josef Scharpey (73) etwa, dessen Enkel Max und Fynn auch Ludgerusschüler sind oder waren, reichte ein Klassenfoto ein. Mit Männern, deren Namen längst vergessen waren: Rektor Kunze etwa oder die Lehrer Rossbach und Dietrich.

„Schön ist ein Zylinderhut, wenn man ihn besitzen tut“. An dieses Lied des Schulfestes Anfang der 1950er Jahre erinnert sich noch Klaus (Finus) Fischer und denkt genüsslich an die damalige „Quäker- und Schweden-Speise“. Ob es ein Oldie-Treffen zum 100. gibt? Das steht noch nicht fest. Vincenz: „Diesen Geburtstag möchte die Schulgemeinde mit vielen Ehemaligen und Freunden und Förderern der Schule feiern.“ Neben vielen anderen Aktivitäten wird es am 21. Juni ein großes Schulfest und zuvor am 18. Mai einen Festakt in der Weststadthalle geben. „Ehemalige Schüler, Lehrer aller Jahrgangsstufen sind herzlich eingeladen, uns bei der Gestaltung dieser Veranstaltungen zu helfen.“

Gesucht: alte Hefte und Fotos

Und: „Erzählen Sie unseren Kindern aus Ihrer Schulzeit, zeigen Sie alte Fotos, vielleicht auch alte Hefte oder Schulbücher, die das Lernen in der Schule vor 40, 50, 60 oder sogar 70 Jahren dokumentieren.“ Außerdem werden für eine Chronik der Schulgeschichte noch alte Fotos, Unterlagen und Berichte aus allen Jahrzehnten von 1914 bis 2014 gesucht. Also: Ab auf den Speicher.



Kunterbunte Festwochen

Gesucht werden Menschen, die mitfeiern. Menschen von 5 bis 99

Wer mit den Kindern und Lehrer der Ludgerusschule zum großen Jubiläum gemeinsam feiern, singen, musizieren oder tanzen möchte, sollte keine Scheu haben und sich im Sekretariat bei Anja Reese melden. Dienstags bis donnerstags von 8.30 bis 13.30 Uhr ( 0201 49 33 17 oder via E-Mail an die Adresse info@ludgerusschule.com).

Egal ob Männlein oder Weiblein, ob fünf Jahre jung oder 99 Jahre alt: Wer mittanzen möchte, sollte einfach zum ersten Treffen am 1. Februar auf den Schulhof kommen (11 Uhr). Vorkenntnisse sind nicht erforderlich sind, mitbringen sollte man lediglich die Freude an der Bewegung. Das Tanztheater und die Choreographie wird von Tanzlehrerin Erika Pico geleitet, gefragt sind Teilnehmern aller Generationen: Vorschulkindern, aktuelle Schüler, Ehemalige, Eltern, Großeltern Lehrer – nur hereinspaziert.
Termine/Projekte

Im März/April ist ein Sponsorenlauf geplant. Der gesamte Erlös fließt zum Teil in caritative Projekte, aber auch in sehnlichst erwartete neue Spielgeräte auf dem Schulhof.

Am Sonntag, 18 Mai, steigt die große Festveranstaltung in der Weststadthalle. Drei von mehreren Programmpunkten: Kindersingen, zudem gibt’s ein Tanztheater und wird ein Film gezeigt über die 100-jährige Geschichte der ältesten Grundschule Werdens.

Ebenfalls im Mai stehen Renovierungsarbeiten an, auch soll der Schulhof neu gestaltet werden. Zudem: Montag bis Mittwoch, 16.-18. Juni: Projekttage („Schule vor 100 Jahren“). Das große Schulfest ist für den 21. Juni geplant.