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Lesen macht schlau
Auch an der Ludgerusschule war der bundesweite Vorlesetag ein Thema.
Die Bücher wurden von Eltern und einer Großmutter vorgelesen

Von Harald Gedenk

WAZ / NRZ 20.November 2013

Vermutlich zu den ältesten Ritualen der Menschen gehört es, sich Geschichten zu erzählen und sich vorlesen zu lassen. Lesen macht schlau, regt die Kreativität an und ist die Magie des Kinos im Kopf, heißt es. Zu der uralten Tradition des Vorlesens gehört ein guter Text, eine angenehm vernehmbare Stim­me - und schon kann man sich entführen lassen, in eine andere - manchmal versunkene - Welt, in andere Zeiten.

Den Reiz des Vorlesens konnte man auch am bundesweiten Vorlesetag verfolgen, dem größten Lesefest Deutschlands, an dem am vergangenen Freitag auch die Ludgerusschule an der Kellerstraße teilnahm. Aber nicht nur die Grundschüer beteiligten sich an der Vorleseaktion, sondern auch die Mütter, Väter und Großeltern aus allen acht Klassen, die tolle Geschichten vorlasen. „18 Bücher wurden von 21 Eltern und einer Großmutter vorgelesen. Manche Eltern haben sich im Team vorbereitet und gelesen“, erzählt Klassenlehrerin Birgitta Schütz-Kelbch.

Viel Freude habe es den Verfechtern des Vorlesens gebracht, resümiert sie. Birgitta Schütz-Kelbch: „Die Kinder meiner Klasse haben im Anschluss voller Begeisterung erzählt. Viele konnten den Inhalt der Bücher ganz genau wiedergeben, was zeigt, wie intensiv sie zugehört haben. Sie erzählten von Vampiren, Pinguinen, Wikingern, Piraten, Riesen, Gespenstern, Blaubeeren und Vanilleeis, Träumen und vielem mehr. Sie berichteten über spannende, witzige, interessante, lebendige Bücher.“

Erlebbar und nachzuvollziehen im Gruppen-Raum „Bücherei Ganztag“, eingerichtet mit einem Kickerkasten für den Tischfußball, Büchern, Spielmaterial und Tischen, an denen sich die Grundschüler im Regelfall gegenüber sitzen. Diesmal haben sich 13 von ihnen im Halbkreis um die Eltern Eva-Annabell Blume und Norman Wojak gesetzt. Ihr Vorlese-Thema: Dinosaurier unterschiedlichster Art und Größe, das sie den Erst­und Zweitklässlern mit viel Material veranschaulicht haben.

Zunächst liest Leo Blume aus dem Buch „Der kleine Drache Kokosnuss“. Der Fünfjährige aus der Klasse 1a beweist schon erstaunliche Vorlesequalitäten in der Betonung, Lautstärke und Ausdrucksweise, Zu Hause habe er viel geübt,
erzählt seine Mutter, die neben ihm Platz genommen hat und bei seinem Beitrag den zwölf Monate alten Feine stillt.
Norman Wojak liest weiter vom fürchterlichen Tyrannosaurus Ultimo. Und - „wenn ihr das Ende der Geschichte wissen möchtet, dann könnt ihr dieses Buch lesen“, schließt Norman Wojak, der seinem Buch auch Urschreie der Saurier entlocken konnte. „Nein“ riefen die jungen Zuhörer, die sich vielleicht stiller verhielten als beim normalen Schulunterricht.

An den Wänden hingen Bilder mit den Urtieren, auf dem Tisch standen Figuren und auf dem Fuß­boden lagen Zeichnungen mit der Originalgröße ihrer Fußspuren. Zum Naschen gab es von einem bekannten Süßwarenhersteller „Saures vom Dinosaurier“ und aus eigener Herstellung „Gebackenes“ in Form der Urzeitler. Zum Dank fürs Vorlesen überreichte Lehrerin Nussbaumer Eva-Annabell Blume und Norman Wojak gelbe Röschen.

Dem bundesweiten Vorlesetag, an dem bisher mehr als 100 000 Menschen teilgenommen haben, war das „Flurlesen“ vorausgegangen. Was das ist? Schulleiterin und Rektorin Lis Vincenz: ,Wir haben vorher mehrere Buchtitel Abbildungen als Vorleseangebote in den Fluren ausgehängt, die Schülerinnen und Schüler konnten sich dabei ein Thema aussuchen, Klassenverbände und Jahrgänge werden aufgelöst.“